KREFELD IM FOKUS

Krefelder Stadtrat: Was steht am 5. November auf der Tagesordnung?

Ratsbeobachtung | 31. Oktober 2026

Am Donnerstag, 5. November 2026, um 17 Uhr kommt der Rat der Stadt Krefeld im Seidenweberhaus zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Die Tagesordnung umfasst 44 Punkte im öffentlichen Teil. Darunter sind Themen, die unmittelbar den Alltag der Bürger betreffen: kommunale Gebühren, öffentlicher Nahverkehr, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Wir haben uns die Tagesordnung angesehen und einige Themen ausgewählt, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

1. Kommunale Gebühren: Was müssen die Bürger künftig bezahlen?

Unter den Tagesordnungspunkten 11 bis 15 stehen Änderungen mehrerer Gebührensatzungen des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK) zur Beratung.

Betroffen sind unter anderem Abwasser, Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Friedhöfe.

Dabei interessiert nicht nur, ob und um wie viel die Gebühren steigen. Entscheidend ist auch, wie die zugrunde liegenden Kosten entstehen, welche Unternehmen beteiligt sind und ob die Kalkulationen für die Bürger nachvollziehbar sind.

Unsere Frage: Welche Kostensteigerungen sind sachlich begründet und wie transparent werden sie dargestellt?

2. Der Konzern Stadt Krefeld: Wie transparent sind die Beteiligungen?

Unter Tagesordnungspunkt 16 steht ein Bericht über die Beteiligungen der Stadt Krefeld.

Die Stadt erfüllt zahlreiche Aufgaben nicht ausschließlich durch ihre Verwaltung, sondern auch durch eigene Unternehmen und Einrichtungen.

Für Bürger ist häufig schwer zu erkennen, welche Aufgaben dort wahrgenommen werden, wie sich die Unternehmen finanzieren und welche wirtschaftlichen Risiken letztlich die Stadt trägt.

Bereits im Juli 2026 wurde ein Ratsantrag abgelehnt, der unter anderem die Ergänzung ausstehender Beteiligungsberichte und einen konsolidierten Gesamtabschluss verlangte.

Unsere Frage: Welche Informationen enthält der aktuelle Beteiligungsbericht und wie vollständig ist die Darstellung des Konzerns Stadt Krefeld?

3. Innenstadtentwicklung: Welche Investitionen sind vorgesehen?

Unter Tagesordnungspunkt 26 geht es um die Anmeldung von Städtebaufördermitteln für die Innenstadt.

Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien Investitionen ausgewählt und priorisiert werden.

Dabei sind nicht nur mögliche Fördermittel interessant, sondern auch die Eigenanteile der Stadt sowie die späteren Betriebs- und Unterhaltungskosten.

Unsere Frage: Welche Maßnahmen werden angemeldet, was kosten sie insgesamt und welche finanziellen Verpflichtungen entstehen für Krefeld?

4. Bürgerbeteiligung: Was ist aus dem Bürgerrat geworden?

Unter Tagesordnungspunkt 41 wird nach dem Stand der Umsetzung eines Bürgerrates in Krefeld gefragt.

Bürgerbeteiligung wird häufig als wichtiges Element kommunaler Demokratie bezeichnet. Entscheidend ist allerdings, welche tatsächlichen Einflussmöglichkeiten Bürger erhalten.

Unsere Frage: Wie weit ist die Einrichtung eines Bürgerrates vorangekommen und welche Mitwirkungsmöglichkeiten sind konkret vorgesehen?

5. Öffentlicher Nahverkehr: Welche Folgen hat ein reduzierter Straßenbahntakt?

Unter Tagesordnungspunkt 5 steht die Anpassung des Nahverkehrsplans. Unter Tagesordnungspunkt 44 wird nach den Folgekosten einer Straßenbahntaktausdünnung gefragt.

Hier müssen wirtschaftliche und verkehrliche Auswirkungen gemeinsam betrachtet werden.

Eine Verringerung des Angebots kann Betriebskosten reduzieren. Gleichzeitig können längere Wartezeiten, schlechtere Anschlüsse und andere Folgewirkungen entstehen.

Unsere Frage: Welche Einsparungen werden erwartet und welche Auswirkungen hätte die Veränderung auf die Fahrgäste?

Nicht nur beschließen – auch Ergebnisse überprüfen

Für eine nachvollziehbare Kommunalpolitik reicht es nicht, politische Anträge und Beschlüsse zu dokumentieren.

Ebenso wichtig ist die Frage, was aus ihnen wird.

Deshalb werden wir bei ausgewählten Themen auch frühere Entscheidungen berücksichtigen und nach Möglichkeit verfolgen, ob angekündigte Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Unsere Ratsbeobachtung soll keine vollständige Wiedergabe jeder Sitzung sein. Sie konzentriert sich auf Entscheidungen, die für Krefeld und seine Bürger von besonderer Bedeutung sind.

Nach der Sitzung werden wir prüfen, welche Entscheidungen tatsächlich getroffen wurden und welche Fragen weiterhin offenbleiben.


Grundlage dieses Beitrags ist die öffentliche Bekanntmachung zur 10. Sitzung des Rates der Stadt Krefeld am 5. November 2026 sowie die beigefügte Niederschrift der Ratssitzung vom 15. Juli 2026. Die vollständigen Sachvorlagen und Gebührenkalkulationen sind nicht Bestandteil der hier ausgewerteten Unterlagen.

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